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Die Bibliothek
wurde nach ihrem Gründer benannt: dem Abt Domenico Federici (1633-1720).
Nach einem intensiven Leben als Diplomat für den wienerischen Hof,
als Lobredner, Dichter und Bibliophile, gründete er diese Bibliothek
in dem fanesischen Sitz der Bruderschaft der Filippini, an die er
sich im Jahre 1681 anschloß und der er seine Buchsammlung hinterließ
mit der einzigen Pflicht, die Bibliothek wenigstens eine Stunde
pro Tag offen zu lassen. Das teilweise wiederaufgebaute und gänzlich
umstrukturierte Gebäude war in der Vergangenheit der Sitz der obengenannten
Filippini, die nach der italienischen Einigung verjagt wurden, als
die Bibliothek der Gemeinde überlassen wurde. Die Gemeinde ließ
sie immer der Allgemeinheit offen und förderte die Sammlungen, so
dab die Bibliothek eine unter den wichtigsten der Region wurde.
Durch die elegante Treppe aus dem XIX Jahrhundert, erreicht man
die Sala dei Globi, die vom Federici im Jahre 1678-80 eingerichtet
wurde und die wegen eines Paars Globen (die Himmelskugel und die
Erdkugel) so genannt wird; die Globen wurden im Jahre 1688 von dem
berühmten venediger Kosmographen P. Vincenzo Coronelli realisiert.
An den Wänden des Saals stehen noch die Regale aus Nußbaumholz,
die vom bolognesischen Schnitzer Francesco Grimaldi verwirklicht
wurden: diese Regale bewahren die Bände des Abt Federici, die nach
der französischen Art gebunden sind. Im Saal ist auch eine wertvolle
Seekarte, die im Jahre 1504 vom berühmten genuesischen Kartograph
Visconte Maggiolo gezeichnet wurden: die Karte stellt alle bis zu
jenem Moment bekannten Länder dar (von den Antillen bis zu den Küsten
von Brasilien; von den Küsten Afrikas bis zur indischen Halbinsel).
Zahlreiche Friese, Architrave, Kragsteine und Steinwappen, die aus
den wichtigsten Patrizierhäusern von Fano stammen, sind in die Wände
des Hofes, der Halle und der Treppe eingemauert worden. Die Bibliothek
hat heute mehr als zweihunderttausend gedruckte Werke, unter denen
auch eine wertvolle, sehr antike Sammlung ist: sie besteht aus Wiegendrucken,
Tausenden von soncinianischen Ausgaben, Atlanten und seltenen, auch
ausländischen Bänden der XVII und XVIII Jahrhunderte. Sehr wichtig
ist auch die Sammlung von Manuskripten, unter denen auch Kodizes
aus dem XV Jahrhundert (ein Kodex ist in Miniatur gemalt) und verschiedene
Werke der folgenden Jahrhunderte sind; es gibt aber auch Briefe
und Autogramme von berühmten Persönlichkeiten (Leopardi, Pellico,
Capuana, Verga, Garibaldi, D'Annunzio, Eleonora Duse), zahlreiche
Regiebücher für Theater und Kompositionen. Bemerkenswert sind zuletzt
auch die Sammlung von Zeichnungen und Abdrücken, das Photoarchiv,
die Zeitschriftensammlung und das fanesische Theaterarchiv.
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