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Gradara
- San Leo
Diese beiden Sehenswürdigkeiten liegen im Grenzgebiet zur Romagna
und sind ein Knotenpunkt für den Tourismus in Mittelitalien.
Die
Burg Gradara wurde im XV Jahrhundert, nach vier Jahrhunderten
Bauzeit, vollendet und wurde Schauplatz der ewigen Streitereien
der Malatesta und Montefeltro, um letztendlich in die Macht der
Sforza überzugehen. Es waren jedoch nicht die Familienstreitereien,
die der Burg ihre Berühmtheit bescherten und sie zu einem beeindruckenden
Ort machte, sondern der Dichter Dante Alighieri. Im V Lied „Canto
dell'Inferno" der „Divina Commedia" erzählt er von einer leidenschaftlichen
und gleichzeitig tragischen Liebesgeschichte zwischen Paolo und
Francesca, die daraufhin zum Symbol für Liebespaare, jeglicher nachfolgenden
Epochen wurde. Es wird erzählt, daß ihre aufregende Beziehung tatsächlich
in der Burg Gradara stattgefunden haben soll und noch heute wird
die Atmosphäre einer flammenden und fatalen Entwicklung der Gefühle,
im „Zimmer der Liebenden", hervorgerufen.
Die
Burg San Leo, erst im Mittelalter erbaut, wurde zur letzten
Hauptstadt Italiens des ersten Jahrtausends und sah das Heilige
Römische Reich deutscher Nation entstehen. Im XV Jahrhundert wurde
die Burg von dem Architekten Francesco di Giorgio Martini aus Siena
nach dem Willen von Federici II erweitert. Die uneinnehmbare Burg
beherbergt die Erinnerungen an die letzten Tage einer Berühmtheit:
Giuseppe Balsamo, besser bekannt als der Graf von Cagliostro. Eine
Persönlichkeit zwischen Geschichte und Legende: Alchimist, Arzt,
Zauberer und Freimaurer; Cagliostro wurde als Schwindler abgestempelt
und vom Vatikan zur Höchststrafe verurteilt: dem Tod. Auch die Umwandlung
des Strafmaßes in lebenslange Haft nützte nicht viel: er starb,
den priesterlichen Beistand verweigernd, nachdem er erst in der
„Sala del Tesoro" (der Schatzkammer) und dann im „pozzetto" (Brunnen)
einsaß, nach vier Jahren qualvoller Haft in jenem Gefängnis, das
er für das Ende seines Lebens ausgewählt hatte: in der Burg San
Leo.
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